Verantwortungsvolles Spielen
Stand: 2026 | apollo-verlag.de
Glücksspiel ist Unterhaltung – kein Einkommen
Glücksspiel sollte ausschließlich als Freizeitbeschäftigung und Unterhaltung verstanden werden. Es ist keine Möglichkeit, Geld zu verdienen oder finanzielle Probleme zu lösen. Alle Casino-Spiele basieren auf Zufall, und langfristig gewinnt immer der Anbieter – niemals der Spieler. Spielen Sie daher nur mit Geld, dessen Verlust Sie sich problemlos leisten können, und betrachten Sie etwaige Einsätze als Ausgabe für Unterhaltung – vergleichbar mit dem Preis einer Kinokarte. Setzen Sie sich vor dem Spielen ein festes Budget und ein Zeitlimit, und halten Sie sich strikt daran.
Bitte beachten Sie: In Deutschland ist Online-Glücksspiel nur bei Anbietern mit einer gültigen deutschen Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) legal. Auch wenn einige Anbieter Auszahlungen ohne aufwendige Verifizierung bewerben, bleiben die gesetzlichen Schutzmechanismen – insbesondere Identitäts- und Altersprüfung – ein wichtiger Bestandteil des Spielerschutzes.
Altersüberprüfung: Glücksspiel erst ab 18 Jahren
In Deutschland ist die Teilnahme an Glücksspielen – einschließlich Online-Casinos – gemäß dem Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) ausschließlich Personen ab 18 Jahren gestattet. Seriöse Anbieter sind verpflichtet, das Alter und die Identität ihrer Kunden zu überprüfen. Wir raten ausdrücklich davon ab, Angebote zu nutzen, die diese Schutzmaßnahmen umgehen.
Eltern und Erziehungsberechtigte sollten Zugänge zu Glücksspielseiten auf gemeinsam genutzten Geräten sperren (z. B. mit Jugendschutz-Software) und Zahlungsdaten sowie Kreditkarteninformationen niemals unbeaufsichtigt zugänglich machen.
Warnsignale für problematisches Spielverhalten
Spielsucht entwickelt sich oft schleichend. Prüfen Sie ehrlich, ob eines oder mehrere der folgenden Warnsignale auf Sie oder eine Person in Ihrem Umfeld zutreffen:
- Sie versuchen, Verluste durch weiters Spielen „zurückzugewinnen" (sog. Chasing Losses).
- Sie verheimlichen Ihr Spielverhalten vor Partner, Familie oder Freunden.
- Sie spielen mit Geld, das für Miete, Rechnungen oder andere Lebenshaltungskosten vorgesehen ist.
- Sie leihen sich Geld, nehmen Kredite auf oder verkaufen Besitztümer, um weiterzuspielen.
- Sie spielen länger oder mit höheren Einsätzen als ursprünglich geplant.
- Sie denken ständig an das Spielen oder planen die nächste Spielsitzung.
- Sie spielen, um Stress, Sorgen, Einsamkeit oder negative Gefühle zu verdrängen.
- Sie werden gereizt oder unruhig, wenn Sie nicht spielen können.
- Beruf, Studium, Beziehungen oder Hobbys leiden unter dem Spielen.
- Frühere Versuche, das Spielen einzuschränken oder aufzuhören, sind gescheitert.
Treffen mehrere dieser Punkte auf Sie zu, ist das ein ernst zu nehmendes Warnsignal. Zögern Sie nicht, sich professionelle Hilfe zu suchen – das ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche.
Selbsthilfe-Tools und Schutzmaßnahmen
Legale Glücksspielanbieter in Deutschland bieten – teilweise gesetzlich vorgeschrieben – verschiedene Werkzeuge, mit denen Sie Ihr Spielverhalten kontrollieren können. Nutzen Sie diese aktiv:
- Einzahlungslimits: Legen Sie fest, wie viel Geld Sie pro Tag, Woche oder Monat maximal einzahlen können. Bei deutschen Anbietern gilt zudem ein gesetzliches monatliches Einzahlungslimit (in der Regel 1.000 €).
- Verlustlimits: Begrenzen Sie den maximalen Betrag, den Sie in einem bestimmten Zeitraum verlieren können.
- Reality Checks / Zeitlimits: Lassen Sie sich in regelmäßigen Abständen anzeigen, wie lange Sie bereits spielen und wie hoch Ihre Gewinne und Verluste sind.
- Spielpausen und Selbstausschluss: Sie können sich für 24 Stunden („Panikknopf") oder längerfristig sperren lassen. In Deutschland erfolgt ein anbieterübergreifender Ausschluss über das zentrale Sperrsystem OASIS – einmal eingetragen, werden Sie bei allen lizenzierten Anbietern in Deutschland gesperrt.
- Selbsttests: Anonyme Online-Selbsttests (z. B. von der BZgA unter www.check-dein-spiel.de) helfen, das eigene Spielverhalten realistisch einzuschätzen.
Hilfsorganisationen und Beratungsstellen
Wenn Sie oder jemand in Ihrem Umfeld von problematischem Spielverhalten betroffen ist, stehen Ihnen kostenlose, vertrauliche und anonyme Anlaufstellen zur Verfügung:
Deutschland
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Telefonhotline „Glücksspielsucht" unter 0800 1 37 27 00 (kostenlos, anonym, Mo–Do 10–22 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr) sowie Online-Beratung unter www.check-dein-spiel.de
- OASIS-Spielersperrsystem: Anbieterübergreifende Selbst- und Fremdsperre für alle lizenzierten Glücksspielangebote in Deutschland.
- Anonyme Spieler (GA – Gamblers Anonymous): Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland – www.anonyme-spieler.org
- Fachverband Glücksspielsucht e.V.: Vermittlung von Beratungsstellen und Therapieangeboten – www.fachverband-gluecksspielsucht.de
International
- Großbritannien: GamCare (www.gamcare.org.uk) und GamStop (www.gamstop.co.uk)
- Australien: Gambling Help Online (www.gamblinghelponline.org.au)
- Kanada: Responsible Gambling Council (www.responsiblegambling.org)
- USA: National Council on Problem Gambling (www.ncpgambling.org)
Suchen Sie Hilfe – Sie sind nicht allein
Wenn Sie das Gefühl haben, die Kontrolle über Ihr Spielverhalten zu verlieren, handeln Sie jetzt: Rufen Sie die kostenlose BZgA-Hotline 0800 1 37 27 00 an, lassen Sie sich über OASIS sperren, oder wenden Sie sich an eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe. Spielsucht ist eine anerkannte Erkrankung – und sie ist behandelbar. Je früher Sie Hilfe in Anspruch nehmen, desto besser sind die Aussichten auf eine erfolgreiche Bewältigung.
Spielen Sie verantwortungsbewusst – oder gar nicht.